Genetik
Hintergrund
Die Ursachen von angeborenen Herzfehlern (AHF) sind multifaktoriell. Die betroffenen Patienten und deren Familien können bisher nur hinsichtlich eines empirischen Wiederholungsrisikos beraten werden. Es gibt jedoch Anhaltspunkte für eine deutliche genetische Komponente bei AHF, da das Wiederholungsrisiko für Kinder eines betroffenen Elternteils im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung um das achtfache höher ist. Um die genetischen Ursachen, die zur Entstehung der häufigsten angeborenen Erkrankung führen, systematisch zu untersuchen, müssen Patienten mit familiär gehäuft auftretenden Herzfehlern zusammengestellt werden. Das Nationale Register für angeborene Herzfehler e. V. bietet die einmalige Möglichkeit, eine ausreichende Zahl von Patienten ausfindig zu machen und in die Untersuchung einzuschließen.
Stand der Forschung
Angeborene Herzfehler entstehen während der Embryonalentwicklung zwischen der 3. und 7. Schwangerschaftswoche infolge von Mutationen in verschiedenen Genen. In den letzten Jahren konnten anhand von Modellorganismen einige molekulare Mechanismen, die bei der morphologischen und funktionellen Entwicklung des Herzens eine Rolle spielen, aufgeklärt werden. Neben größeren chromosomalen Aberrationen sind Punktmutationen in einzelnen Genen identifiziert worden, die einem monogenen Erbgang folgen. Jedoch wird bei Patienten mit AHF selten ein monogenes, sondern meistens ein komplexes Vererbungsmuster festgestellt. Über die genetischen Faktoren, die an der Ätiologie dieser multifaktoriellen Erkrankung beteiligt sind, ist bisher wenig bekannt.
Ziele
Das Ziel der Studie ist die Identifikation von Krankheitsgenen für AHF. Dazu werden molekulargenetische Untersuchungen (Mutationsanalysen bei ausgewählten Kandidatengenen für AHF, genomweite Kopplungsanalysen) bei familiären Fällen von Patienten mit AHF durchgeführt.
Datenerhebung
Die Studienbasis bilden Patienten mit mindestens einem Verwandten mit AHF, die im Nationalen Register für angeborene Herzfehler e. V. gemeldet sind.
Ausblick
Die Studie möchte langfristig dazu beitragen, Familien anhand der gewonnenen genetischen Daten eine Einschätzung der Ursachen und des Wiederholungsrisikos eines Herzfehlers geben zu können und somit eine bessere Prävention, Feststellung und Behandlung anbieten zu können.
Ansprechpartner
Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin
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