Epidemiologische Projekte

Prävalenz AHF bei Neugeborenen (PAN)

Aktuelles

In der volldigitalen Forschungsdatenbank des Kompetenznetzes befinden sich die Daten von drei kompletten Geburtsjahrgängen (2006 - 2009) aus der PAN-Studie. Diese können als Kohorte für Langzeitstudien genutzt werden. Einrichtungen und Forscher, die diese Daten nutzen möchten, sind herzlich eingeladen, ihr Forschungsvorhaben in einem Antrag an die Geschäftsstelle vorzustellen.

Ziele

Die Studie im Rahmen des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler hat erstmals prospektiv die Häufigkeit angeborener Herzfehler bei Neugeborenen in Deutschland (Prävalenz angeborener Herzfehler bei Neugeborenen in Deutschland: PAN-Studie) erhoben. Ziel war die Bestandsaufnahme des Herz-Fehlbildungsgeschehens einzelner Geburtsjahrgänge in Deutschland. Es wurden vollzählig und flächendeckend Daten erhoben, was bisher in diesem Umfang in Deutschland noch nicht geschehen ist. Die Erhebung diente primär wissenschaftlichen Zwecken. Sie hat Zahlen zur Häufigkeit (Prävalenz) angeborener Herzfehler bei Geburt in Deutschland geliefert. Die Studie fand unter der wissenschaftlichen Leitung von Herrn Professor Hans-Werner Hense, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universitätsklinikum Münster, und Frau Professor Angelika Lindinger, Klinik für Pädiatrische Kardiologie, Universitätsklinikum Homburg/Saar, statt. Das knapp gehaltene Konzept der Erfassung verfolgte die Absicht, bei vertretbarem Zeitaufwand für alle Meldepartner in kurzer Zeit Daten mit einem hohen Aussagewert zu erheben.

Studiendauer

2006 – 2011

Eingeschlossene Patienten

19.462

Es wurden alle nach dem 1. Juli 2006 Lebendgeborenen mit einem angeborenen Herzfehler erfasst, die mit dem Zeitpunkt ihrer Geburt einen Wohnsitz in Deutschland hatten.

Studienzentren

An der PAN-Studie nahmen flächendeckend kinderkardiologische Kliniken, Kinderkliniken und kinderkardiologische Arztpraxen aus ganz Deutschland teil. Einen Überblick über die Teilnehmer finden Sie hier …

Erhebungsart

Um die Qualität der Erfassung zu sichern und insbesondere Doppelerfassungen zu vermeiden, wurden die Daten personenbezogen erhoben. Dazu war eine Einverständniserklärung der Eltern/Erziehungsberechtigten auf der Basis mündlicher Aufklärung und einer Informationsschrift erforderlich. Aufklärung und Abgabe der Informationsschrift erfolgte durch den Meldepartner. Dieser holte die Einwilligungserklärung ein und leitete – nach schriftlicher Einwilligung – die Patientendaten an die Datenbank weiter.

Meldewege

Die Meldung erfolgte auf elektronischem Wege direkt in die Studiendatenbank des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler mittels eines web-basierten Remote-Data-Entry-Systems. Falls eine elektronische Übermittlung der Daten nicht möglich war, konnte die Meldung auf dem Papierwege erfolgen.

Meldedaten

Aufgenommen wurden Identifikationsdaten und der Minimale Datensatz.

Die Identifikationsdaten dienten sowohl zur Identifizierung als auch zur Verschlüsselung der personenbezogenen Daten. Sie umfassen Name, Geburtsname, Geburtsdatum, Geburtsort und Geschlecht sowie die Adresse des Patienten und des Sorgeberechtigten.

Der Minimale Datensatz gliedert sich in demographische Daten, Geburtsdaten und medizinische Daten.

  • Die demographischen Daten umfassen Geschlecht, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Geburtsort in Deutschland.
  • Die Geburtsdaten umfassen den ersten Wohnort bei Geburt, Alter der Mutter bei der Geburt, Geburtsgewicht, Gestationsalter, Mehrlingsschwangerschaft, präpartale Herzfehlerdiagnostik.
  • Die medizinischen Daten gliedern sich in kardiovaskuläre Diagnosen, hereditäre, fetale, neonatale und extrakardiale Diagnosen sowie diagnostische Maßnahmen. Für die Festlegung der medizinischen Daten ist die EPC-Code-Shortlist hinterlegt.

Publikationen

Abdul-Khaliq H, Berger F.
Die Diagnose wird häufig zu spät gestellt.
Deutsches Ärzteblatt; 108(31-32): A1683-1684.

Schwedler G, Lindinger A, Lange PE, Sax U, Olchvary J, Peters B, Bauer U, Hense HW.
Frequency and spectrum of congenital heart defects among live births in Germany: A study of the competence network for congenital heart defects.
Clin Res Cardiol 2011; 100(12):1111-7.
Abstract

Lindinger A, Schwedler G, Hense HW.
Prevalence of Congenital Heart Defects in Newborns in Germany: Results of the First Registration Year of the PAN Study (July 2006 to June 2007).
Klinische Pädiatrie 2010; 222:321-330.
Abstract

Datenschutz

Für die Studie sind sämtliche Datenschutzregeln, die für das Kompetenznetz Angeborene Herzfehler und das Nationale Register für angeborene Herzfehler e. V. erarbeitet wurden, verbindlich. Das Datenschutzkonzept wurde vom Berliner Datenschutzbeauftragten in Abstimmung mit allen Länderkollegen abgenommen und ist rechtlich korrekt. Das komplette Konzept kann in der Zentrale des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler eingesehen werden. Eine Kurzversion steht hier zum Download zur Verfügung.

Downloads

Dokument Datum Datei Autor
Datenschutz im Kompetenznetz Angeborene Herzfehler 17.08.2006 PDF / 512 KB KN AHF

FAQ

Hier haben wir die häufigsten Fragen zur PAN-Studie für Sie zusammengestellt.
FAQ / Fragenkatalog

Ansprechpartner

Professor Dr. med. Hans-Werner Hense
Epidemiologische Leitung

Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin
Universitätsklinikum Münster
Domagkstr. 3
48149 Münster

Tel.: +49 251 8355399
Fax: +49 251 8355300
E-Mail: hense(at)uni-muenster.de

Professorin Dr. med. Angelika Lindinger
Klinische Leitung

Klinik für Pädiatrische Kardiologie
Universitätsklinikum Homburg
66421 Homburg/Saar

Tel.: +49 6841 1628328
E-Mail: angelika.lindinger(at)uks.eu

Das Nationale Register für angeborene Herzfehler ist eine Patientendatenbank mit mehr als 40.000 Datensätzen. Es bildet die Grundlage für alle klinischen, epidemiologischen und genetischen Studien im Kompetenznetz. mehr...