Forscherteam ermittelt Referenzwerte für Vorkammergröße und –funktion bei Kindern und Jugendlichen

- In einer Studie des Kompetenznetzes konnten erstmals Referenzwerte für Größe und Funktion der Vorkammern bei Kindern und Jugendlichen ermittelt werden
Wissenschaftler des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler haben erstmals alters- und geschlechtsspezifische Referenzwerte für die Größe und Funktion der Vorkammern bei Kindern und Jugendlichen ermittelt. Dafür wurden mithilfe der Magnetresonanztomographie die Herzen von 115 gesunden Probanden im Alter von sechs bis 18 Jahren untersucht. Im Mai ist die dazugehörige Publikation im Journal of Magnetic Resonance Imaging erschienen.
„Die Referenzwerte ermöglichen uns eine bessere Beurteilung der Größe und Funktion der Vorkammern von Kindern mit angeborenen und erworbenen Herzerkrankungen“, erläutert Projektleiter Dr. Samir Sarikouch von der Medizinischen Hochschule Hannover seine Studienergebnisse. „Dies ist von besonderer Bedeutung, weil die Vorkammerfunktion bis zu 15 Prozent der gesamten Herzleistung ausmacht“, erklärt er weiter. Mit den Referenzwerten können beispielsweise die Fehlfunktion von Vorkammerklappen mit ihren Auswirkungen auf die Vorhofgröße sicherer beurteilt werden.
Die Forschungsergebnisse sollen darüber hinaus als Grundlage für weitere Untersuchungen der Vorhoffunktion bei Kindern und Jugendlichen mit angeborenen Herzfehlern dienen. Im vergangenen Jahr ermittelte das Team um Dr. Sarikouch anhand der gleichen Probanden bereits Referenzwerte für die Ventrikelgröße und –masse bei Kindern und Jugendlichen.
Sarikouch S, Koerperich H, Boethig D, Peters B, Lotz J, Gutberlet M, Beerbaum P, Kuehne T. Reference values for atrial size and function in children and young adults by cardiac MR: A study of the german competence network congenital heart defects. J Magn Reson Imaging. 2011; 33(5):1028-39.
Weitere Informationen über das Projekt Magnetresonanztomografie

