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Große Erfolge bei angeborenen Herzfehlern


Die gute Zusammenarbeit von Kinderkardiologen und Kinderherzchirurgen ist eine Erfolgsgeschichte: 2012 starben 65 Prozent weniger Kinder mit angeborenem Herzfehler als noch 1990.

Mehr als 7.000 Kinder mit angeborenen Herzfehlern kommen jährlich in Deutschland zur Welt. Ihre Prognose hat sich in den letzten 30 Jahren stark verbessert, denn die Sterbeziffer liegt mittlerweile unter 2 Prozent. Das ist im Vergleich zu allen anderen Herzbereichen prozentual der stärkste Rückgang der Sterblichkeit, wie Professor Brigitte Stiller, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) im Rahmen der Pressekonferenz zum Deutschen Herzbericht 2014 am 28.01.2015 in Berlin betonte. 

2013 konnten in 30 spezialisierten Kliniken insgesamt 8.252 Herzkatheteruntersuchungen bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern durchgeführt werden. Das waren in 59 Prozent der Fälle zeitgleich auch therapeutische Interventionen (Ballonkatheter von Herzklappen, Verschlüsse von Gefäßen und Löchern, Stentimplantationen und kathetergestützte Pumonalklappenimplantationen).

Durch verbesserte nichtinvasive Bildgebung (Echo, MRT, CT) gelang es, die Zahl der Herzkatheter gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent zu senken, die Bündelung der Interventionen bedeutet zugleich eine geringere Strahlenbelastung für die jungen Patienten.

Die Zahl der Operationen bei angeborenen Herzfehlern blieb dagegen in den vergangenen 5 Jahren nahezu konstant, 2013 waren es 7.241 chirurgische Eingriffe. Wie Katheterinterventionen auch, werden operative Maßnahmen wegen angeborener Herzfehler bei immer jüngeren Kindern durchgeführt, 80 Prozent aller Operationen ohne Herz-Lungenmaschine finden bereits im ersten Lebensjahr der Patienten statt.

Künftig werden in Deutschland mehr als 200.000 Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern (EMAH) leben, weil mit den modernen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten heute etwa 90 Prozent der betroffenen Kinder das Erwachsenenalter erreichen. Dabei ist es problematisch, dass ab dem 18. Lebensjahr der mit den spezifischen medizinischen Komplikationen vertraute Kinderkardiologe diese Patienten nicht mehr betreuen darf und die hinsichtlich angeborener Herzfehler versierten Erwachsenenkardiologen nicht flächendeckend verfügbar sind. Hier besteht laut Professor Stiller dringender politischer Handlungsbedarf, um eine optimale Qualitätssicherung in der Versorgung der EMAH-Patienten zu erreichen.

Basierend auf einer gemeinsamen Initiative der drei Fachgesellschaften (DGK, DGTHG und DGPK) gibt es inzwischen in Deutschland immerhin 15 überregionale EMAH-Zentren sowie 268 von den drei  Fachgesellschaften entsprechend zertifizierte Ärzte, davon 191 Kinderkardiologen und 77 internistische Kardiologen.

Ulrike Fortmüller

Quelle: Cardio News, Ausgabe 2015/01-02, 06.02.2015