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„Kompetenznetze in der Medizin“ als erfolgreich evaluiert

Vernetzte Forschung ist ein Erfolgsgarant für verbesserte Therapien und Diagnosen. Das ist das Ergebnis einer im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführten Evaluation der Kompetenznetze in der Medizin unter Leitung der Dr. Thielbeer Consulting.

Das Kompetenznetz Angeborene Herzfehler wurde in dem Gutachten insbesondere für den erfolgreichen Aufbau des Nationalen Registers für angeborene Herzfehler hervorgehoben. Durch die Gründung eines eingetragenen Vereins unter Beteiligung kardiologischer Fachgesellschaften sei frühzeitig die Basis für einen intensiven Kontakt zu Versorgungsakteuren und Betroffenen gelegt worden, so die Gutachter. Das Konzept sei nicht zuletzt deswegen effizient und innovativ, weil es den direkten Kontakt mit den Patienten ermöglicht, die wegen geplanter Studien oder Erhebungen jederzeit angeschrieben werden können. Das bedeute aber auch gleichzeitig einen hohen Informations- und Kommunikationsaufwand.

Seit 1999 wurden 21 Kompetenznetze zu verschiedenen Krankheitsbildern gefördert.


Seit 1999 fördert das BMBF 21 Kompetenznetze in der Medizin. Diese Förderung hat einen Kulturwandel in der horizontalen und vertikalen Zusammenarbeit in Forschung und Versorgung bewirkt. Die in den Kompetenznetzen aufgebauten Strukturen haben Pionier- und Vorbildcharakter, sind international hoch anerkannt und verbessern die Patientenversorgung, so das Gutachten. Es wurden neue bzw. optimierte Verfahren für Diagnose, Therapie und Prävention entwickelt, die unmittelbar in die Versorgung umgesetzt werden können.

Die Evaluation hat gezeigt, dass die Bündelung von Kapazitäten und Kompetenzen in der medizinischen Forschung die Bearbeitung neuer Themenstellungen ermöglicht, die über die Expertise einzelner Institutionen hinausgehen. Über multizentrische Ansätze werden zudem ausreichend hohe Fallzahlen in der Patientenrekrutierung zur Generierung valider Daten für die klinische und Versorgungsforschung erreicht. Die erhöhte Sichtbarkeit verbessert die Chancen bei der Antragstellung im internationalen Kontext, wie zahlreiche Beispiele zeigen. Von den Kompetenznetzen wurden wesentliche Forschungsinfrastrukturen für die deutsche Gesundheitsforschung (Biomaterialbanken, klinische und epidemiologische Register) auf- und ausgebaut und dadurch die standortübergreifende Bearbeitung von Forschungsfragestellungen ermöglicht. Meist hierauf aufbauend wurden mehr als 400 klinische und epidemiologische Studien durchgeführt und damit die nicht-kommerzielle klinische Forschung in Deutschland wesentlich voran getrieben. Daraus ergibt sich ein hoher Mehrwert für die Patientenversorgung.

Die Evaluation zeigt, dass das Förderinstrument „Kompetenznetze in der Medizin“ für die Vernetzung in der Gesundheitsforschung und eine verbesserte Translation geeignet ist. Das Gutachten hat zudem Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Vernetzung sowie für den Etablierungsprozess, die Steuerung und die Administration von Netzwerken abgeleitet.

Die Kurzfassung des Gutachtens zur Evaluation des Förderinstruments „Kompetenznetze in der Medizin“ finden sie hier.