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„Langzeitkohorten sind unsere wichtigste Aufgabe“

Prof. Dr. Brigitte Stiller (Präsidentin der DGPK) lobte die gute disziplinenübergreifende Zusammenarbeit bei Patienten mit angeborenen Herzfehlern

Rund 1.700 Ärzte diskutierten vom 09.-12.02.2014 im Rahmen der 43. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie in Freiburg die neuesten Entwicklungen der Herzchirurgie.

Nachdem nun dank guter Diagnostik, Intervention und durch die exzellenten Fortschritte in der Herzchirurgie weit mehr als 90 Prozent der Kinder mit angeborenem Herzfehler erwachsen werden, stellen diese Patienten die (Kinder-)Kardiologen und Herzchirurgen in Zukunft vor große Aufgaben, die eine Kooperation mit Kollegen verschiedener benachbarter Disziplinen der Herz-Kreislaufmedizin erfordern.

Das auf der Tagung vielfach diskutierte „Heart team“ zwischen Kardiologen und Herzchirurgen sei in der Behandlung dieser Patienten mit angeborenem Herzfehler schon seit langem erfolgreich in der Praxis etabliert, erklärte Prof. Dr. Brigitte Stiller, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK). Man arbeite im Sinne einer optimalen Versorgung sehr gut zusammen, erwähnte Stiller lobend.

Eine bisher ungelöste Aufgabe stellen die Langzeitprobleme der Patienten mit komplexen Herzfehlern wie Einkammerherz und Transposition der großen Gefäße (TGA) mit Vorhofumkehroperation dar. Die ersten Patienten wurden in den siebziger Jahren behandelt und erreichen nun ihr viertes Lebenjahrzehnt. Es drohen Komplikationen wie Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Lungenhochdruck und Herzversagen, für die noch nicht in allen Bereichen befriedigende Behandlungsstrategien existieren.

Diese Patienten müssen in multizentrischen Langzeitkohorten intensiv beobachtet werden. Das Nationale Register für angeborene Herzfehler bietet die notwendige Infrastruktur, um diese Patienten zentrumsübergreifend nachzuverfolgen. „Wir sehen die Durchführung von Langzeitkohorten dieser kritischen Patientengruppe als unsere bedeutendste Aufgabe für die nächsten Jahre an“, erläutert Dr. Ulrike Bauer, Geschäftsführerin des Registers. Auch die von beiden Fachgesellschaften etablierte Nationale Qualitätssicherung angeborener Herzfehler ist ein bedeutender Schritt, um diese Probleme zu lösen.