News-Archiv 2005

Erster parlamentarischer Abend der Kompetenznetze in der Medizin: den Herausforderungen der Gesundheitsforschung begegnen

02.06.2005. Auf dem ersten Parlamentarischen Abend der Kompetenznetze in der Medizin sprachen sich führende Persönlichkeiten aus der Forschung – wie der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Dr. Karl M. Einhäupl – für eine deutliche Steigerung der finanziellen Ressourcen für die Gesundheitsforschung sowie für forschungsfreundliche gesetzliche Rahmenbedingungen aus. Die verschiedenen Beiträge des Abends machten deutlich, dass Netze und vernetzt arbeitenden Strukturen in der medizinischen Forschung notwendig und sinnvoll sind und dass die Kompetenznetze in der Medizin hier ein Erfolgsmodell darstellen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Ulrich Kasparick, unterstrich in seinem Grußwort, dass das BMBF die Kompetenznetze in der Medizin initiiert und gefördert habe. Kasparick wies besonders darauf hin, dass die Kompetenznetze in der Medizin bei EU-Forschungsvorhaben gut abschnitten. Dies zeige, dass hier hervorragende, auch international wettbewerbsfähige Forschung betrieben werde. Veranstaltet wurde der Abend von der Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze e. V. (TMF).

Insgesamt sei die klinische Forschung in Deutschland im internationalen Vergleich noch nicht optimal aufgestellt, so Professor Einhäupl, der auch Sprecher des Kompetenznetzes Schlaganfall ist. Neben einer nicht ausreichenden finanziellen Ausstattung liege dies auch in der mangelnden Vernetzung zwischen außeruniversitären und universitären Forschungseinrichtungen begründet. Daher nehmen aus Sicht des Vorsitzenden des Wissenschaftsrates die Kompetenznetze eine entscheidende Aufgabe für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland wahr: „Die Kompetenznetze treiben einerseits die intensive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Institutionen sowie eine enge Kooperation verschiedener Forschungsgebiete voran. Andererseits setzen sie sich für die vertikale Vernetzung, also für das Einbringen der Forschungsergebnisse in die Gesundheitsversorgung der Bürger ein.“ Einhäupl betonte zudem den volkswirtschaftlichen Aspekt einer guten Gesundheitsforschung: „Wo heute Forschung ist, ist morgen Wirtschaft.“

Um die bisher aufgebauten Strukturen fortführen und ausbauen zu können, muss aus Sicht der Forscher die Förderung vernetzter Strukturen ein zentrales Anliegen aller Forschungs- und Forschungsförderinstitutionen sein. Dies betonte Professor Dr. Wolfgang H. Oertel, Sprecher des Kompetenznetzes Parkinson, in seinem Referat. Als Beispiele für forschungsfreundliche gesetzliche Rahmenbedingungen nannte er die Weiterentwicklung des Arzneimittelgesetzes sowie eine Verbesserung des Fallpauschalengesetzes; bei letzterem müssten die besonderen Leistungen der Universitätskliniken angemessen vergütet werden.

Auch aus internationaler Sicht sowie aus der Perspektive der Industrie stellen die Kompetenznetze in der Medizin einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung dar. Sie leisten einen Beitrag dazu, den Standort Deutschland zu sichern.

TMF e. V.