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Watt-Moor-Ultra-60: 60 Kilometer Laufen für Kinderherzen

Foto: Kirsten Kortebein


Der Vollmond schien noch als der Wattwagen um 5.45 Uhr in Richtung der Insel Neuwerk rumpelte. An Board waren 35 Ultraläufer aus Deutschland und Österreich. Um 7.05 Uhr fiel der Startschuss für den ersten “Watt-Moor-Ultra-60”. Vor den Extremsportlern lagen 60 Kilometer Watt-, Moor- und Waldlandschaften.

Nach zwölf Kilometern hatten die Läufer die erste Gelegenheit zum Auffüllen der Trinkflaschen, für eine schnelle Stärkung und zum Wechseln der Schuhe. Sie ließen das Watt hinter sich und hatten wieder festen Boden unter den Füßen. Nun folgte ein Lauf durch Cuxhafen, den Fischereihafen Richtung Wanhödener Moor über verwachsene Waldwege und Passagen auf Asphalt und Sand. In regelmäßigen Abständen waren Versorgungspunkte eingerichtet, an denen Bananen und Wasser bereit standen.

„Es war ein einzigartiges Erlebnis! Das wäre ohne das große Engagement von vielen ehrenamtlichen Helfern so nicht möglich gewesen“, sagte Dr. Ulrike Bauer, Geschäftsführerin des Nationalen Registers für angeborene Herzfehler. Gemeinsam mit dem Bremer Rechtsanwalt Dr. Wilfried Seehafer war die Idee für den ersten Watt-Moor-Ultra-60 entstanden. Anlass waren sein 60. Geburtstag, die 60-jährige Erfolgsgeschichte von Operationen angeborener Herzfehler am offenen Herzen und die gemeinsame Begeisterung für extreme sportliche Herausforderungen.

Nach 5 Stunden und 45 Minuten erreichte der erste Läufer das Ziel am Friesenpark in Spieka-Neufeld. Der 44-jährige Michael Mankus aus Hamburg freute sich über den Sieg. Er läuft meist längere Distanzen als 60 Kilometer und schwärmte von den beeindruckenden Wattlandschaften. 11 Minuten später folgte ihm Max Henninger (35 Jahre) aus Weinheim. Er nahm bereits an Läufen durch die Sahara teil, dies war jedoch sein erster Ultramarathon. Platz drei sicherte sich mit 6 Stunden und 33 Minuten Jürgen Heilbock (48 Jahre) aus Frankfurt/Main. Er ist schon auf allen 7 Kontinenten Marathon gelaufen, aber jetzt zum ersten Mal für Kinderherzen.

Als Schlussläufer kam das Geburtstagskind strahlend ins Ziel. Begleitet wurde er von Sarah Reinholz, der einzigen Frau auf der Ultramarathondistanz und von Herbert Wagner, dem Sponsor der Laufshirts. Statt Startgeld und Geburtsgeschenken hatte sich Dr. Wilfried Seehafer von Freunden und Teilnehmern eine Spende zugunsten der Forschung für kranke Kinderherzen gewünscht. Insgesamt kamen über 2.500 EUR an Spendengeldern zusammen. Nach diesem Erfolg wird es auch im Jahr 2015 wieder einen “Watt-Moor-Ultra-60” geben. Der voraussichtliche Termin ist der 11. Juli 2015.

„Wir freuen uns auf neue Gesichter und ein wachsendes Teilnehmerfeld im nächsten Jahr“, verabschiedete Dr. Wilfried Seehafer glücklich und zufrieden die Sportler am Abend nach gemeinsamer Siegerehrung.

Das Team des Herzregisters ist auch mitgelaufen! Sehen Sie hier eine Videodokumentation unserer Läufer.