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Kompetenznetz Mitteilungen Nr. 06/2005

Multizentrische Studie zur Rechtsherzinsuffizienz: Hälfte der notwendigen Patienten ist eingeschlossen

Das Studienteam aus Berlin (v. l. n. r.): Dr. med. Julia Lemmer, Grit Heise, PD Dr. med. Brigitte Stiller

Eine Rechtsherzinsuffizienz im jungen Erwachsenenalter ist ungewöhnlich, tritt jedoch bei Patienten mit operiertem angeborenen Herzfehler (z. B. Fallot-Tetralogie, Pulmonalatresie etc.) häufig auf. Dieses Problem bestand früher kaum, da die operative Medizin ein langfristiges Überleben dieser Menschen noch nicht ermöglichte. Mit dem medizinischen Fortschritt werden wir vor immer neue Probleme gestellt. Nun wird nach einer medikamentösen, oder besser noch nach einer „vorbeugenden“ Behandlung der Rechtsherzinsuffizienz geforscht.

Bisher ist nicht klar, ob man für die Entstehung der Rechtsherzinsuffizienz die gleichen Mechanismen des neurohumoralen Systems voraussetzen kann, wie für die wesentlich besser erforschte Linksherzinsuffizienz. „Dazu müssen wir zuerst untersuchen, ob und welche validen Marker zur Früherkennung der Rechtsherzinsuffizienz eingesetzt werden können“, berichtet die Projektleiterin Brigitte Stiller vom Deutschen Herzzentrum Berlin. So werden spezielle Magnetresonanztomografie-Techniken, echokardiografische Daten, spiroergometrisch erhobene Belastungsparameter, subjektive Daten über die Lebensqualität und verschiedene Blutmarker bei diesen Patienten systematisch untersucht und mit einer Kontrollgruppe verglichen. Darauf wollen die Wissenschaftler aus Berlin aufbauen. Im zweiten Teil der Kompetenznetzstudie soll dann ein medikamentöser Behandlungsansatz mit Betablockern studiert werden. Dazu ist Professorin Stephanie Läer vom Institut für klinische Pharmakologie der Universitätsklinik Düsseldorf in der Projektleitung beteiligt.

Wissenschaftler aus acht Herzzentren, Universitäten und Städtischen Kliniken aus ganz Deutschland nehmen schon an der Studie teil. Weitere Studienzentren können noch mitmachen. Diese bekommen für jeden eingeschlossenen Patienten eine Aufwandsentschädigung von 1000,- EUR. Interessenten erhalten das Studienhandbuch und Antragsformulare für die lokale Ethikkommission bei der Projektleitung in Berlin oder über die Netzwerkzentrale des Kompetenznetzes.

Kontakt

PD Dr. med. Brigitte Stiller (Projektleiterin)
Deutsches Herzzentrum Berlin
Klinik für Angeborene Herzfehler/Kinderkardiologie
Augustenburger Platz 1
D-13353 Berlin
Tel.: +49 30 45932800
E-Mail: stiller(at)dhzb.de

Netzwerkzentrale

Kompetenznetz Angeborene Herzfehler
Tel.: +49 30 450576772
E-Mail: info(at)kompetenznetz-ahf.de

Kompetenznetz Intern

Die erste Förderphase des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler läuft Ende 2005 aus. Im Dezember 2005 findet deshalb eine Zwischenbegutachtung durch das BMBF und den Wissenschaftlichen Beirat statt. Anträge für neue Forschungsprojekte in der zweiten Förderphase können noch bis zum 31.07.2005 in der Netzwerkzentrale eingereicht werden.

Erfolgreich durch die Lange Nacht der Wissenschaften 2005

Besucherschlangen am Informationsstand der Kompetenznetze Angeborene Herzfehler und Herzinsuffizienz zeigten das große Interesse der Bevölkerung an Wissenschaft und Forschung. Unter dem Motto ‚Herzschlag ist nicht gleich Herzschlag‘ konnte man sich echokardiografisch untersuchen lassen und den Befund sowie den eigenen Herzton – als digitale Audiodatei – mit nach Hause nehmen.

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Kompetenznetz Mitteilung Nr. 06/2005 30.06.2005 PDF / 280 KB KN AHF