Therapie PAH

HP 3.1 Therapie der pulmonal-arteriellen Hypertonie mit Sildenafil (Rekrutierung abgeschlossen)

Studiendesign

multizentrisch, prospektiv, randomisiert, doppel-blind (ab der 26. Woche open-label), placebo-kontrolliert

Studienpopulation

80 Patienten

Zeitrahmen

IV. Quartal 2007 bis IV. Quartal 2012
Rekrutierungsende: 30.05.2010

Primäres Studienziel

Nachweis der Verbesserung der Belastbarkeit von Patienten mit Eisenmenger-Syndrom durch Erhöhung des systemarteriellen Sauerstoffangebots durch Senkung des Lungengefäßwiderstandes in Abhängigkeit von der Therapiedauer

Sekundäre Studienziele

  • Nachweis der Normalisierung der Gefäßfunktion der Lunge (Reagibilität und vasoaktive Mediatoren) in Abhängigkeit von der Therapiedauer
  • Sicherheit und Verträglichkeit der Behandlung

Patienteneinschluss

Die Rekrutierung wurde zum 31. Mai 2010 eingestellt. Bis dahin wurden 24 Patienten in die Studie eingeschlossen.

Einschlusskriterien

  • Patient ist 14 Jahre oder älter
  • Zyanose mit < 93% transkutan-gemessener pulsoxymetrischer Sauerstoffsättigung
  • klinische Indikation zur Invasivdiagnostik, die im Rahmen der Behandlung vorgesehen ist, ist gegeben und vertretbar
  • Vorliegen einer PAH, definiert durch die in der Invasivdiagnostik erhobenen Kriterien, mit Rp : Rs > 0,5, gemessen in Ruhe, vor Testung der pulmonalen vasodilatatorischen Reserve
  • Vorhandensein einer der folgenden Diagnosen:
    a) anatomisch großer angeborener, nicht operierter Shunt-Defekt
    auf atrialer, ventrikulärer oder arterieller Ebene
    (PAPVC, ASD, SVD, VSD, AVSD, TAC, APSD, PDA oder Kombinationen hiervon)
    b) operierte Shunt-Defekte (Diagnose wie oben) mit signifikantem Restdefekt
    c) andere Diagnosen mit univentrikulärer Physiologie/Hämodynamik

Ausschlusskriterien

unspezifisch:

  • Kontraindikation für Spiroergometrie (Laufband/Fahrrad)
  • Schwangerschaft/Stillzeit
  • Frauen im gebärfähigen Alter ohne hocheffektive Kontrazeption
  • bekannter oder anhaltender Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholabusus

 

spezifisch:

  • sekundäre PAH jeglicher anderer Ätiologie als bei den Einschlusskriterien beschrieben
  • bekannte Unverträglichkeit gegenüber NO und Iloprost bzw. Inhaltsstoffen
  • akut dekompensiertes Herzversagen innerhalb der letzten 7 Tage vor invasiver Diagnostik
  • klinisch signifikante Hämoptysen in den letzten 6 Monaten
  • hämodynamische Instabilität, die bei der Testung der pulmonal-arteriellen Vasoreagibilität ein unzumutbares Risiko darstellen würde
  • arterielle Hypotension (definiert nach Altersnormwerten)
  • Anämie (Hb < 10 g/dl)
  • dekompensierte und symptomatische Polyglobulie
  • Thrombozytopenie (< 50.000/µl)
  • sekundäre Organschäden:
    - eingeschränkte Kreatinin-Clearance (GFR < 30 ml/min/1,73m2 KOF)
    - eingeschränkte Leberfunktion (ALT und oder AST > 3fache der Norm und Bilirubin ≥ 2 mg/dl)
  • anderweitige signifikante Lungendurchblutungsquellen, die eine korrekte Erfassung oder Berechnung des Lungenblutflusses und damit des Lungengefäßwiderstandes nicht erlauben:
    - Glenn
    - BT-Shunt
    - signifikante Anzahl an MAPCAs
  • Obstruktion des pulmonalen Blutabflusses:
    - PV-Obstruktion
    - MK-Dysfunktion
  • Linksherzerkrankungen:
    - Aorten- oder Mitralklappenerkrankung (höhergradiger als leicht)
    - Restriktive oder kongestive Kardiomyopathie
  • PCWP/LVEDP > 15 mmHg
  • Symptomatische Koronarerkrankung
  • signifikante Klappenerkrankungen
  • Perikardrestriktion
  • Schlaganfall, Myokardinfarkt oder lebensbedrohliche Arrhythmie innerhalb der letzten 6 Monate vor der Screeninguntersuchung
  • Bronchopulmonale Dysplasie (BPD) und andere chronische Lungenerkrankungen
  • signifikante, das Krankheitsbild dominierende Lungenembolie(n) in der Anamnese
  • andere relevante Erkrankungen (u. a. HIV, medikamentös behandlungsbedürftiger Diabetes mellitus)
  • Patienten mit Trisomie 21
  • Kontraindikation für Sildenafil

Unerlaubte Begleitmedikation

  • anderweitige signifikante Therapie (Diabetes-Therapie, Immunsuppression, etc.)
  • bestehende antipulmonal-hypertensive Medikation jeglicher Applikationsform von PDE-5-Antagonisten (z. B. Sildenafil) oder Prostanoiden (z. B. IIoprost, Prostacyclin, Beraprost) (Bosentan (Tracleer®) ist als Begleitmedikation ausdrücklich erlaubt, sofern der Patient hierunter stabil ist und länger als 6 Monate auf Bosentan eingestellt ist.)
  • vaskulär wirksame Medikation: Alpha-Blocker, L-Arginin, Ritonavir, Nicorandil
  • Medikamente, die sich mit Sildenafil nicht vertragen oder mit dem Stoffwechsel interferieren: z. B. Erythromycin, Ketokonazol, Itraconazol, Proteaseinhibitoren

Aufwand

9 Visiten

Fallhonorar

2.500 EUR/Patient

Teilnehmer

An der Studie nehmen viele Kliniken und Herzzentren aus ganz Deutschland teil. Eine aktuelle Liste mit den Teilnehmern finden Sie hier …

Ansprechpartner

Dr. med. Siegrun Mebus
Leiter der klinischen Prüfung

Deutsches Herzzentrum München,
Klinik für Kinderkardiologie und angeborene Herzfehler
Lazarettstr. 36
80636 München

Tel.: +49 89 1218-3029
Fax: +49 89 1218-3003
E-Mail: mebus(at)dhm.mhn.de

PD Dr. med. Ingram Schulze-Neick
Co-Projektleiter

Consultant Cardiologist and Clinical Lead,
National UK Service for Pulmonary Hypertension in Children
Great Ormond Street Hospital for Sick Children
London WC1N 3JH
Great Britain

Tel.: + 44 207 4059200
E-Mail: neicki(at)gosh.nhs.uk

Ramona Stöckl
Studienmanagement

Koordinierungszentrum für Klinische Studien der Charité
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Tel.: +49 30 450-553872
Fax: +49 30 450-553937
E-Mail: ramona.stoeckl(at)charite.de