Einer Herzinsuffizienz in Folge einer TGA wird in besonderen Fällen medikamentös entgegensteuert., iStock.com | ilkaydede © iStock.com | ilkaydede

Medizin und Versorgung

Damit das Herz gut arbeitet

Neue Studie erforscht den Einsatz von Medikamenten gegen Herzschwäche

Wissenschaftlicher Name der Studie

Medikamentöse Herzinsuffizienztherapie bei systemischem rechten Ventrikel: Eine retrospektive Analyse aus dem Nationalen Register für angeborene Herzfehler

Welche Medikamente werden in Deutschland gegen Herzschwäche bei Patienten eingesetzt, deren rechte Herzkammer die Aufgaben der linken Herzkammer übernehmen muss? Das erforschen wir in einer großen Studie anhand der bundesweit erfassten Daten des Nationalen Registers.

Der Nutzen der medikamentösen Behandlung einer Herzschwäche für Patienten mit einer eingeschränkten Funktion der linken Herzkammer ist wissenschaftlich gut belegt. Nicht hinreichend belegt dagegen ist ihr Nutzen für Patienten, deren rechte Herzkammer funktional für die linke Herzkammer einspringen muss. Unsere Studie verfolgt das Ziel, diese Forschungslücke zu schließen, um Patienten mit einer TGA nach einer Vorhofumkehroperation und Patienten mit einer kongenital korrigierten TGA individualisiert behandeln zu können und optimal versorgt zu wissen.

Wenn die rechte Herzkammer zur Systemkammer wird

Unser Blutkreislauf setzt sich aus dem Lungenkreislauf und dem Körperkreislauf zusammen. Im Lungenkreislauf wird sauerstoffarmes Blut mit einem relativ niedrigen Druck von der rechten Herzkammer in die Lunge gepumpt und dort mit Sauerstoff angereichert. Das sauerstoffreiche Blut wird dann von hier mit hohem Druck über die als Systemkammer bezeichnete muskelstarke linke Herzkammer in den Körperkreislauf befördert. Bei einer TGA nach einer Vorhofumkehroperation und bei einer sogenannten kongenital korrigierten TGA muss jedoch die rechte Herzkammer die Funktionen dieser Hauptkammer im Körperkreislauf übernehmen. Die Mediziner sprechen dann von einem „systemisch rechten Ventrikel“.

Übertragbares Forschungsergebnis?

Die Muskulatur der rechten Herzkammer ist im Unterschied zur linken Herzkammer nicht darauf ausgerichtet, dass sie so viel pumpen muss. Ihre ungewöhnliche Beanspruchung beeinträchtigt folglich irgendwann die Pumpleistung. Dadurch kommt es zur Herzschwäche. Aus breit angelegten Studien wissen wir, dass Medikamente gegen Herzschwäche im Fall einer eingeschränkten Funktion der linken Herzkammer als Systemkammer einen großen Nutzen haben. Nach dem Zufallsprinzip waren dazu die Daten von ganz vielen Patienten untersucht und ausgewertet worden. Doch lässt sich das Ergebnis auch auf die medikamentöse Behandlung einer geschwächten rechten Herzkammer als Systemkammer übertragen?

Gezieltere Prävention

Das können wir jetzt endlich genau erforschen. Dafür haben wir inzwischen dank des Nationalen Registers genügend Datenspenden, aus denen sich genau ermitteln lässt, wie sich die Grunderkrankung bei einzelnen Patienten über einen längeren Zeitraum in Abhängigkeit vom jeweiligen Therapieansatz entwickelt hat. Die Ergebnisse werden wir im Rahmen einer Querschnittsanalyse miteinander vergleichen. Auf diese Weise können wir auch einzelne Faktoren identifizieren, die im Zusammenhang mit dem späteren Auftreten einer Herzschwäche stehen. Daraus lassen sich im nächsten Schritt genauere Vorhersagen für die langfristige Entwicklung der Herzgesundheit von Patienten mit systemischem rechten Ventrikel bei verschiedenen Therapieansätzen ableiten. So finden wir heraus, für welchen Patienten welche Maßnahme am besten ist, und können noch gezielter vorbeugen.

Verantwortlich für das Projekt:

  • PD Dr. med. Corinna Lebherz, RWTH Aachen © RWTH Aachen

    PD Dr. med. Corinna Lebherz

    Corinna Lebherz ist EMAH-zertifizierte Kardiologin und Oberärztin an der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin der Uniklinik RWTH Aachen. mehr

    Universitätsklinikum Aachen
    Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin - Med. Klinik I

    Pauwelsstraße 30
    52075 Aachen

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