Ärztin horcht bei einem jugendlichem Patienten Lungengeräusche ab, fotolia.com | Racle Fotodesign © fotolia.com | Racle Fotodesign

Medizin und Versorgung

Welcher Pulmonalklappenersatz ist für welchen Patienten geeignet?

Wissenschaftlicher Name der Studie

Welcher Pulmonalklappenersatz ist für welchen Patienten geeignet? Eine retrospektive Datenanalyse im Nationalen Register für angeborene Herzfehler

Die Pulmonalklappe liegt zwischen der rechten Herzkammer und dem Zufluss zur Lunge. Ist sie gesund, funktioniert sie ein Leben lang als Ventil. Ungefähr eins von 100 Kindern, die in Deutschland zur Welt kommen, hat einen angeborenen Herzfehler. Bei jedem zehnten Kind mit einer solchen Fehlbildung ist die Pulmonalklappe verengt, undicht oder gar nicht vorhanden.

Noch kein perfekter Ersatz

Solche Fehlfunktionen lassen sich medikamentös, mit einem Herzkatheter oder durch eine Operation behandeln. Je belastender die Behandlung ist, desto länger möchte man sie herausschieben. Gleichzeitig will man aber keine bleibenden Schäden des Herzens durch Überlastung riskieren. Für den Austausch der kaputten Herzklappen gibt es noch keinen perfekten Ersatz, der ein Leben lang hält und bei Kindern auch noch mitwächst.

Welche Behandlung ist die beste?

Deshalb wollen wir genau wissen, welche Herzklappen-Behandlung die beste ist. Dazu sammeln wir in ganz Deutschland die mit den einzelnen Maßnahmen gemachten Erfahrungen und werten sie aus.

Eine Zusammenstellung solcher Daten aus einem ganzen Land gibt es bislang noch nicht. Sie hilft uns dabei, folgende Fragen zu beantworten: Wann soll eine schlecht funktionierende Klappe behandelt werden? Wie soll eine schlecht funktionierende Klappe behandelt werden? Welche neue Klappe hält besonders lange? Welche Behandlung ist für welchen Patienten am besten geeignet? Wie geht es den Patienten dabei?

Forschen mit dem Nationalen Register

Für die dafür notwendige Datenerfassung nutzen wir die Datenbank des Nationalen Registers für angeborene Herzfehler. Dort werden die Daten von angemeldeten Patienten fortlaufend durch die neuesten Informationen über ihre Behandlung aktualisiert. Das ist entscheidend. Denn für unsere Auswertung kommt es auf die systematische Erfassung der Nachuntersuchungsergebnisse der betroffenen Patientengruppe an. Wenn wir wissen, welche Behandlung zu den besten Ergebnissen führt, können wir diese Patienten noch besser versorgen.

Unser Forschungsprojekt wird gefördert durch die Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e. V. © Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e. V.
Unser Forschungsprojekt wird gefördert durch die Fördergemeinschaft Deutsche Kinderherzzentren e. V.
  • Zum Forschungsergebnis

    Häufige Re- und Folgeoperationen schon im Jugendalter

    Ärztin horcht Herzgeräusche einer jungen Patientin per Stethoskop ab. © iStockphoto.com | Halfpoint
    Ärztin horcht Herzgeräusche einer jungen Patientin per Stethoskop ab.

    Das Alter der Patientinnen und Patienten und die Art des Eingriffs spielen für die Häufigkeit und Haltbarkeit des Klappenersatzes eine große Rolle. Und nicht jeder Klappenersatz ist gleichermaßen für jede Altersgruppe geeignet. Das zeigt das inzwischen veröffentlichte Forschungsergebnis. Näheres dazu lesen Sie hier.

    Erfahren Sie mehr zum Studiendesign, den Materialien und Methoden, sowie zu den Hintergründen der Studie:

    Publikationen

    • 18.1.2022

      Pulmonary valve prostheses: patient's lifetime procedure load and durability. Evaluation of the German National Register for Congenital Heart Defects.

      Boethig D, Avsar M, Bauer UMM, Sarikouch S, Beerbaum P, Berger F, Cesnjevar R, Dähnert I, Dittrich S, Ewert P, Haverich A, Hörer J, Kostelka M, Photiadis J, Sandica E, Schubert S, Urban A, Bobylev D, Horke A, National Register For Congenital Heart Defects Investigators ,

      Interactive cardiovascular and thoracic surgery 34, 2, 297-306, (2022). Diese Publikation bei PubMed anzeigen.

    zuklappen

Verantwortlich für das Projekt:

  • PD. Dr. med. Dietmar Böthig, ©

    PD Dr. med. Dietmar Böthig

    Dietmar Böthig ist Oberarzt Klinische Forschung an der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover. mehr

    Medizinische Hochschule Hannover
    Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin OE 6730

    Carl-Neuberg-Str. 1
    30625 Hannover
  • Dr. med. Alexander Horke, privat © privat

    Dr. med. Alexander Horke

    Alexander Horke leitet die Abteilung Chirurgie angeborener Herzfehler der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover. mehr

    Medizinische Hochschule Hannover
    Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin OE 6730

    Carl-Neuberg-Str. 1
    30625 Hannover

Ansprechpartner:

  • Dr. med. Ulrike Bauer, Wolfram Scheible für Nationales Register © Wolfram Scheible für Nationales Register

    Dr. med. Ulrike Bauer

    Ulrike Bauer ist Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Nationalen Registers für angeborene Herzfehler e. V. und des Kompetenznetzes Angeborene Herzfehler e. V. mehr

    Kompetenznetz Angeborene Herzfehler e. V.
    Netzwerkzentrale

    Augustenburger Platz 1
    13353 Berlin

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